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KLIMAFORSCHUNGSPROJEKT VON WELTWEITER BEDEUTUNG

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Weltweit werden von Mooren auf nur 3% der Erdoberfläche rund 30% des erdgebundenen Kohlenstoffes gespeichert und wirken so langfristig dem Klimawandel entgegen. Somit sind intakte Moore die Spitzenreiter im Klimaschutz. Trockenlegungen zur landwirtschaftlichen Nutzung, Torfabbau, steigende Temperaturen und weniger Niederschläge führen jedoch zu einer negativen Umkehr: aus Kohlenstoff-Speichern werden Moore zu Quellen von CO2.

Langzeitstudie im Pürgschachen Moor
Moore sind nicht nur Lebensraum seltener und schützenswerter Pflanzen und Tiere, sie speichern - in intaktem Zustand - auch Kohlendioxid und schwächen den Treibhauseffekt ab. Werden sie dagegen entwässert, wird der in ihnen gebundene Kohlenstoff als Kohlendioxid freigesetzt. Doch wie verhalten sich Moore im Alpenraum? Setzen sie schon bei leichter Störung Kohlendioxid oder gar Methan, ein noch wirksameres Treibhausgas, frei? Diese bisher nicht geklärten Fragen untersuchen Prof. Stephan Glatzel, Geoökologe am Institut für Geographie und Regionalforschung der Universität Wien, der Doktorand Simon Drollinger und Dieter Weissensteiner vom Moorschutzverein Pürgschachen. Ab Oktober 2014 liefen die ersten Vorbereitungen und im Juli 2015 begannen die Forschungsarbeiten. Die Ergebnisse aus Pürgschachen liefern weltweit relevante wissenschaftliche Grundlagen für die Datenauswertung klimarelevanter Treibhausgasflüsse in Hochmooren.

„Eddy“, Hauben und Röhrchen
Simon Drollinger`s Forschungsprojekt basiert auf verschiedenen Komponenten. Da ist erstens „Eddy“, der mit einem Datenspeicher ausgerüstete High-Tech-Messturm. „Die Eddy-Kovarianz-Methode erlaubt die direkte Messung des Energie-, Wasser- und Gasaustausches zwischen der Landoberfläche und der bodennahen Atmosphäre. Es werden die vertikalen Flüsse auf räumlich begrenzten Turbulenzen, sogenannten Eddies, gemessen und berechnet. Während der kommenden fünf Jahre werden im Bereich der baumfreien Hochmoorfläche kontinuierlich Messungen – 10 mal pro Sekunde – der Energie-, Wasser- und klimarelevanten Gasflüsse vorgenommen. Kohlenstoffdioxid und Methan werden erfasst und computerunterstützt Kohlenstoffflüsse berechnet. Eine integrierte Wetterstation liefert Daten zu Temperatur, Niederschlag, Luftfeuchtigkeit und Windgeschwindigkeit“, erklärt Drollinger. Daneben werden zusätzlich Boden- und Wasserproben entnommen und mit Hilfe von Gasmesshauben die Kohlenstofffreisetzung, respektive Speicherung an Standorten unterschiedlicher Pflanzengesellschaften gemessen. All diese gewonnenen Daten werden verglichen und analysiert.

Moorschutz ist Klimaschutz
Die klimawirksamen Treibhausgase CO2 und Methan werden seit der Industrialisierung in immer größerem Ausmaß in der Atmosphäre angereichert. Dazu kommt die wirtschaftliche Nutzung – sprich Zerstörung - von Mooren und ein damit verbundener CO2-Ausstoß von ca. 300.000 Tonnen. Dies entspricht dem vierfachen Emissionswert des nationalen Flugverkehrs in Österreich. Der Schutz von intakten Mooren, ebenso aber die Renaturierung degradierter Moorflächen birgt ein enormes Treibhausgas – Reduktionspotential, das bis zu 45 Tonnen Kohlendioxid – Äquivalenten pro Jahr und Hektar entspricht. „Die Ergebnisse dieser Studie können uns helfen, die „Reißleine“ zu ziehen. Um rechtzeitig den kostengünstigsten, zugleich aber auch effektivsten Klimaschutz, nämlich den Moorschutz voranzutreiben“, ist sich Simon Drollinger sicher.



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