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Moorschutzverein Pürgschachen | Moor-Erlebnisweg | Der Moorweg im Detail | Moor-Museum

Der Moorweg im Detail

 Nachfolgend finden Sie eine Beschreibung der einzelnen Wegpunkte.

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1.) Der Moor Eingang

Zwischen Admont und Liezen liegt eines der schönsten Hochmoore im Land - das Pürgschachen Moor. Auf einem neu angelegten Weg lässt sich die Gegend zwischen Moor und Enns erkunden: Jetzt können Sie von oben einen Blick werfen auf das bunte Pflanzen-Mosaik im Moor. Und sie können auf einem Steg hinaus wandern über die Enns.



 

2.) Die Entstehung

Sieben Meter unter uns dichtet eiszeitlicher Ton den Untergrund ab. Darüber hat sich über etliche tausend Jahre Niedermoortorf gebildet: Die Reste von Moosen, Sauergräsern und Kräutern haben sich darin zum Teil gut erhalten - immer dann, wenn das Moor längere Zeit nicht ausgetrocknet ist.

Die obersten ein bis drei Meter bildet Hochmoortorf: Der besteht vor allem aus Resten von Torfmoosen. Die können sehr viel Wasser speichern und sind damit unabhängig von der Versorgung durch Oberflächenwasser oder Grundwasser.

Das Pürgschachen-Moor wölbt sich wie ein Uhrglas über seine Umgebung.
 

3.) Der Beerengarten

 

Wir stellen Ihnen acht Früchte vor, die im und um das Moor vorkommen. Hier die drei häufigsten:

Heidelbeere (Vaccinium myrtillus)

Die Blätter sind im Sommer grün, mit dem ersten Frost verfärben sie sich leuchtend rot. Den Winter über stehen nur die Zweige mit geflügelten Kanten.

essbar

Preiselbeere (Vaccinium vitis-idaea)

Immergrüne, ledrige Blätter. Die Sträucher werden oft nur wenige Zentimeter hoch. Nicht nur in Mooren, auch in Bergwäldern und auf Weiden.

essbar

Rauschbeere (Vaccinium uliginosus)

Ähnlich der Heidelbeere, die Blätter der Rauschbeere sind aber oberseits blaugrün, das Fruchtfleisch hell (bei der Heidelbeere dunkel).

essbar
 

4.) Der Mähversuch

Mitten drin im Pürgschachen Moor ist der Boden für die meisten Bäume zu sauer. Sonst aber wäre ein Großteil des Ennstales bewaldet, auch diese Fläche hier. Erst durch die menschliche Nutzung, durch Streumahd und Beweidung entstand Lebensraum für sonst seltene Tier- und Pflanzenarten.

In einem langjährigen Mäh-Versuch zusammen mit der Bundesanstalt für alpenländische Landwirtschaft Gumpenstein untersuchen wir, wie sich einmalige oder mehrmalige Mahd, Brache oder Düngung auf Gräser und Wiesenblumen auswirken.



 

5.) Die Wildtiere

Hecken, Baumreihen und Auwälder binden das Pürgschachen Moor in seine Umgebung ein. Sie sind für viele Tiere Wanderroute, Schlafplatz oder Jagdgebiet.

Wenn sie an einem regnerischen Tag unterwegs sind oder bald in der Früh, dann begegnen sie bestimmt einigen.



 

6.) Der Torfstich

Weite Hochmoore durchzogen das Tal der Enns. Fast alle wurden entwässert, der Torf abgebaut, als Heizmaterial für die Industrie, zum Beispiel für das Eisenwalzwerk in Trieben.

Das Pürgschachen Moor blieb von dieser Entwicklung verschont. Nur hier im Randbereich wurde Torf gestochen - mit der Hand; von Bauern, die den Torf dann trockneten und damit heizten.

Solche kleinen Torfstiche holt sich die Natur wieder zurück - wenn die Flächen nicht zu tief entwässert wurden.


7.) Der Moorturm

Je näher man dem Moor kommt, desto weniger sieht man davon - das Pürgschachen Moor wölbt sich bis zu fünf Meter über seine Umgebung.

Damit sich die Weite des Hochmoores auch vom Rand her erleben lässt, gibts den Moorturm und eine Aussichtsplattform.



 

8.) Der Ennssteg

Vierzehn Fischarten waren um die Mitte des 19. Jahrhunderts für die Fischer an der Enns wichtig. Wohl ein dutzend weiterer Arten lebte hier, war aber für die Fischerei unbedeutend.

Verschwunden sind heute jene Fische die über weite Strecken wandern. Sie können wegen der Kraftwerkskette an der Enns (unterhalb von Gstatterboden) nicht mehr aufsteigen.

Aber etliche andere können sie mit etwas Glück entdecken vom Steg über der Enns aus.



 

9.) Der Libellenteich

In und um das Pürgschachener Moor wurden 17 Libellenarten nachgewiesen. Darunter einige Moorspezialisten: Die Kleine Moosjungfer (Leucorrhinia dubia) zum Beispiel ist am Moorrand häufig. Die Larven dieser Libelle sind an überschwemmtes Torfmoos gebunden.


 


10.) Der Moorhügel

Auf dem Hügel überm Libellenteich laden Bänke zur Rast ein. Und wenn das Wetter einmal nicht so passt, ist ein trockener Rastplatz nicht weit - in der Moorhütte am Fuß des Hügels.



  

11.) Die Moor-Plattform

Von der Plattform am Westende des Pürgschachen-Moores haben Sie einen prächtigen Rundblick: Von den Bergen des Toten Gebirges über die Haller Mauern bis zu den Gesäusebergen.

Auf einer Panoramakarte finden Sie die Namen der markantesten Gipfel.

Und Sie sehen das bunte Mosaik aus Torfmoosen, Gräsern und Sträuchern - viel deutlicher als vom Boden aus.

 


 

12.) Die Torfmoose

Ein Hochmoor wie das Pürgschachen Moor ist ein riesiger Schwamm. Es wird vor allem aus Torfmoosen aufgebaut.

Die Blätter der Torfmoose bestehen aus zwei Arten von Zellen: solchen, die assimilieren, atmen und wachsen und solchen, die eine leere, mit Querleisten versteifte Hülle bilden.

Diese Zellen dienen als Wasserspeicher. Zwei bis drei Wochen können Torfmoose damit ohne Niederschläge auskommen.

Ein dutzend Torfmoos-Arten wachsen hier im Pürgschachen Moor. Arten mit unterschiedlichen Ansprüchen - solche, die nur Regenwasser wollen und solche, die mehr Nährstoffe benötigen.

Eines ist allen gemeinsam: Ihre Stämmchen wachsen an der Spitze immer weiter, die unteren Teile sterben ab und bilden so Torf.
 

 13.) Moorvögel

In den weiten Latschenfeldern des Pürgschachen-Moores sind nicht viele Vögel zu finden.

Auch wenn hier nur sieben Vogelarten brüten, sind diese Spezialisten ein Zeichen dafür, dass das Hochmoor noch recht ursprünglich und ungestört ist.

In den Randwäldern, die nur ein Drittel so groß sind wie das Hochmoor finden sich über dreißig Brutvogel-Arten.

 



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